Startup und etabliertes Unternehmen kooperieren in der Verbundausbildung

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Frisch & Faust Tiefbau GmbH einen besonderen Ausbildungsverbund mit Contorion eingegangen ist.

Dabei tauschte der Auszubildende Kaufmann für Marketingkommunikation Martin Rösnick für einige Tage seinen Büro-Arbeitsplatz am Laptop gegen eine Baustelle, um das Thema Kundenbeziehungen, hier speziell zu Fachleuten des Bauwesens, zu vertiefen.

Laptop und Schaufel, (online-)Handel und Baustelle - die Wege der Berufsausbildung sind heutzutage so spannend und vielfältig wie nie zuvor. Kompetenzen werden an ganz unterschiedlichen Lern- und Arbeitsorten erworben und eingesetzt. Sie bringen sowohl die zukünftigen Fachkräfte - egal mit welchem Schulabschluss in die Ausbildung gestartet - als auch die Unternehmen voran.

Mit unserem deutschlandweit einmaligen Projekt spüren wir Potentiale & Trends für die Initiierung & Umsetzung von Verbundausbildung auf. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen obligatorischen Verbund handelt, weil nicht alle Ausbildungsinhalte im Betrieb selbst vermittelt werden können oder ob zusätzliche Inhalte im Sinne einer attraktiveren Gestaltung von Ausbildung integriert werden sollen.

Sowohl Contorion als auch Frisch & Faust bleiben als unsere Partner aktiv: Contorion bietet in den kommenden Monaten für unterschiedliche Handwerks- und Industrieberufe Azubi-Schulungen mit neuester Technik, aber auch im online-Handel an. Frisch & Faust steht als Verbundpartner für die Ausbildung von Bauzeichnern eines Ingenieurbüros zur Verfügung.

Dem angehenden Kaufmann für Marketingkommunikation Martin Rösnick wünschen wir, dass er eine erfahrungsreiche Zeit bei den Baustellen-Profis erlebt hat, die er später zielgerichteter als Marketing-Profi ansprechen an.

  

Die Schmidt-Elsner GmbH und wir: eine gemeinsame Geschichte vom Start in (Verbund-)Ausbildung

Seit Sommer 2014 unterstützen wir die Fa. Schmidt-Elsner Baumaschinen bei ihren Ausbildungsaktivitäten.

Alles begann bei einer unserer ersten Netzwerkveranstaltungen. Dort äußerte Geschäftsführerin Tracy Schmidt-Elsner erstmals, dass ihr Unternehmen nach einigen Jahren der „Abstinenz“ wieder Nachwuchskräfte ausbilden möchte.

Der erste Schritt war getan. Es erfolgte die Kontaktvermittlung durch Gaby Brandstetter, in unserem Team zuständig für die kaufmännischen Berufe, zur Ausbildungsberatung der IHK Berlin, da eine aktuelle Eignungsfeststellung für den Beruf Kaufmann/-frau für Büromanagement erfolgen musste. Entgegen der Vermutung von Frau Schmidt-Elsner können im Unternehmen alle Ausbildungsinhalte des Berufes vermittelt werden, so dass eine Verbundausbildung hier nicht notwendig ist. Über unseren Netzwerkpartner ComFort Schulungszentrum GmbH wurde dann auch ein geeigneter Bewerber vermittelt und die Ausbildung startete zum 01.09.2015 und läuft nach wie vor erfolgreich.

Dieser erste positive Kontakt ermutigte Frau Schmidt-Elsner, auch hinsichtlich der technisch-gewerblichen Ausbildung neue Schritte zu gehen. Als geeigneter Beruf wurde auf der Grundlage des Geschäftsfeldes und durch intensive Beratung mit unserer Technik-Spezialistin Marina Konieczny der Land- und Baumaschinenführer ausgemacht. Auch hierfür bedurfte es der Eignungsfeststellung durch die IHK Berlin. Im Gegensatz zum kaufmännischen Beruf wurde nun – im Juni 2016 – eine Ausbildungsberechtigung mit Auflagen ausgesprochen. Der Azubi kam ebenfalls aus der Betreuung des ComFort Schulungszentrums und Frau Schmidt-Elsner setzte ihre zweite Ausbildungsidee im Herbst 2016 in die Tat um.

Da der Land- und Baumaschinenmechatroniker ein recht selten ausgebildeter Beruf in Berlin ist, stand Marina Konieczny vor der spannenden Aufgabe, Partner für die Vermittlung von speziellen Ausbildungsinhalten zu finden. Die Rechercheaktivitäten hier im Einzelnen aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Letztlich konnten die TÜV Rheinland Akademie GmbH sowie das Zentrum für Gewerbeförderung Götz der Handwerkskammer Potsdam gewonnen werden. Letzteres ist eine Besonderheit, da ein Unternehmen oder ein Ausbildungsdienstleister für die Vermittlung der Spezifika z.T. gewaltiger Land- und Baumaschinen in Berlin nicht zur Verfügung standen. Bei Bedarf kann auch die Autodienst Pistoriusstraße ADP GmbH noch als Partnernunternehmen hinzugezogen werden.

©Verbundberatung

Die Beantragung der vom Land Berlin u.a. für Verbundausbildung bereitgestellten Fördermittel, die inhaltliche Gestaltung der Kooperationsverträge sowie die organisatorische Begleitung der Ausbildung sind Teile unseres Services.

Dieses Beispiel verdeutlicht, wie wichtig die Unterstützung der kleinen und mittelständischen Unternehmen auf dem Weg in die und manchmal auch durch die Ausbildung ist, insbesondere wenn Verbundausbildung als Modell gewählt werden muss, weil das Unternehmen zu klein oder spezialisiert ist. Wir als Branchenkennerinnen und Netzwerkerinnen im Feld der Berufsausbildung in Berlin bieten diesen Service, gefördert durch das Land Berlin.

 

Koch-Ausbildung für anspruchsvolle Gäste - in Kindertagesstätte und Spitzenrestaurant

Das Angebot der Verbundberatung richtet sich an Unternehmen, die nicht alle Inhalte gemäß der Ausbildungsordnung für den jeweiligen Beruf vermitteln können. Gründe hierfür können in der fehlenden Größe des Unternehmens oder einer Spezialisierung liegen. Als Beispiel kann hier eine Kindertagesstätte genannt werden, die die Koch-Ausbildung anbietet. Da es die Lehrinhalte in der Zubereitung von Fisch, Schalen- und Krustentiere nicht vermitteln kann, bietet sich ein Kooperationsbetrieb mit klassischer Küche an, der die fehlenden Ausbildungsinhalte zu einer kompletten Berufsausbildung ergänzt.

Das Team der Verbundberatung unterstützt Betriebe, wie die oben genannte Kita, bei der Suche nach einem geeigneten Verbundpartner, bei der Vertragsgestaltung zwischen den Verbundpartnern sowie bei der Beantragung von Fördermitteln. Auch ungewöhnliche und branchenübergreifende Kooperationen arrangieren wir Verbundberaterinnen. So wurden bereits Verbünde mit Partnern aus dem Handwerk, der Floristik, der Veranstaltungstechnik oder der Industriebranche für Unternehmen der Berliner Hotellerie und Gastronomie initiiert.

„Durch Verbundausbildung wird das Niveau höher“ (Herr Skandera, Küchenchef im Restaurant Balthazar)

Zu Beginn des Jahres 2017 arrangierten wir einen ganz besonderen Ausbildungsverbund. So absolvierte die Auszubildende Paola M. Luna aus der Kita Regenbogen die viermonatige Verbundausbildung. Dort entdeckte sie die für sie komplett neue Welt der gehobenen Gastronomie und zauberte unter Anleitung des erstklassigen Teams von Holger Zurbrüggen kulinarische Genüsse für anspruchsvolle Gäste.

„Die Verbundausbildung war was ganz besonderes. Verschiedene Lehrinhalte, wie das Filetieren von Fleisch und Fisch oder die Vorbereitung auf das à la carte-Geschäft, standen täglich auf dem Programm. Das gibt es in der Kita nicht“, sagte Paola M. Luna. Die Verbundausbildung ermöglicht auch „eine zusätzliche Vorbereitung auf das Berufsleben als Köchin und auf die Prüfung“, so die Auszubildende weiter.

©Verbundberatung

Und was bringt Verbundausbildung für die Betriebe? Hier nennt Herr Skandera die Nachwuchsförderung. „Durch die Verbundausbildung wird der Nachwuchs fachlich besser und die Auszubildenden können Erfahrung sammeln. Außerdem ist es ein Spiegelbild dafür, auf welchem Level man selbst als Ausbilder ist.“

Verbundausbildung fördert demnach Auszubildende und Betriebe gleichermaßen, trägt zur Ausbildungsqualität und zum Fachkräftenachwuchs bei.

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